Samstag, Mai 05, 2018

Vegane Torte in der Königlichen Gartenakademie



Ihr Lieben, die Berlinreihe geht mit Teil 9 zu Ende, ich freue mich, wenn ihr vielleicht das eine oder andere Restaurant besucht, oder mal in einem der Läden vorbeischaut und berichtet, wie es euch gefallen hat. Ganz zum Schluss sind wir noch in die Königliche Gartenakademie gefahren - an diesem Ort hat mein Vater Anfang der 60er Jahre Landschaftsarchitektur studiert und auch gewohnt.
Ich war gespannt, zu sehen, wie es dort aussieht. An Kuchen habe ich bei unserem Besuch zunächst nicht gedacht.

Für Februar war es dort schon richtig blütenreich, ein Empfang, wie man sich das in einer königlichen Gärtnerei vorstellt.




Ach so ein Gartenhäuschen wäre schon schön.


1903 wurde die von Peter Joseph Lenné (1789-1866) 1823 gegründete Königliche Gärtnerlehranstalt nach Berlin-Dahlem verlegt. Die Lehranstalt war seinerzeit die erste Ausbildungsstätte für Gartengestaltung in Europa gewesen. Nur schon ausgebildete Gärtner wurden dort weiter unterrichtet.

Die Landschaftsarchitektin Gabriella Pape und ihre Gärtnerkollegin und Partnerin, die Gartenhistorikerin Isabelle Van Groeningen haben dort ein Design-Studio für Gartenplanungen und eine Gartenschule installiert, die Seminare anbietet. Die Gärtnerei bietet den Besuchern und Kunden eine wunderbare Pflanzenauswahl, so dass sie das in den Seminaren gelernte gleich mit den entsprechenden Pflanzen in ihrem Garten umsetzen können. Hier zu den aktuellen Kursen in der Gartenschule.

 

Hier geht's rein.


Leider kann ich den Geruch hier nicht transportieren, es riecht so wunderbar nach Gewächshaus...



Am Abend zuvor hatte Gabriella Pape noch ihr neuestes Buch im Seminarraum vorgestellt, das haben wir leider verpasst.



10 Jahre gibt es die Königliche Gartenakademie nun und dazu schreibt Gabriella Pape auf der Homepage: 

Als mich vor 13 Jahren, also so etwa 2005, dieser verlassene und verfallene Ort gefunden hatte, war ich hin und weg von dem maroden Charme, der Energie und der Schönheit dieses Fleckchens Erde. Hundert Jahre zuvor hatten hier gartenbegeisterte Menschen mit viel Weitsicht einen der schönsten und wichtigsten Orte der deutschen Gartenkultur entstehen lassen: die Königliche Gärtnerlehranstalt ... Große Namen wie Karl Foerster, Willi Lange und später Dieter Lorberg und andere haben an diesem Ort ihr überwältigendes Können erlernt und über viele Jahrzehnte weitergegeben.

Da ich weder lehren noch eine Anstalt haben wollte, den Ort aber als eine wertvolle Institution der Gartenkultur zu erhalten versuchte, entschied ich mich schon sehr früh, das Königliche des Ortes im Namen zu behalten. Für mich zeugte dies von dem exquisiten Wissen und der ausgezeichneten Ausbildung, die junge Menschen hier erfuhren und in die ganze Welt hinaustrugen. Dieses Wissen um die Pflanze sollte auch unser Credo bleiben.


Die Autorin schreibt ein Buch nach dem anderen.

Und dann die Gewächshäuser, diese Blütenpracht und diese speziellen Arrangements - in Deutschland findet man meines Wissens keinen vergleichbaren Ort.


Primeln vorne, Schachbrettblume und blühender Rosmarin und Amaryllis im Hintergrund - ein Gedicht.

Zarte Ranunkelblüte.

Über der Hecke die ehemalige Lehranstalt, in der mein Papa vor über 50 Jahren gelernt hat - auch ein bisschen Gänsehaut.
Und dann gibt es dort noch mehr - einen Laden von Manufactum nämlich mit Büchern, Gartenwerkzeug und so weiter - und was finde ich da? Das Buch meiner lieben Freundin Christine Fuchs von Labdanum und ihr Räucherwerk. So schließen sich manchmal die Kreise.


Holzspielzeug:


Und Samenbomben im Kaugummiautomaten, gute Idee.

Im Café (feierte gerade das 10-jährige Bestehen)  ist das Motto "aus dem Küchengarten in die Gartenküche" - da darf Regionales, Saisonales (zum großen Teil bio) und was Veganes nicht fehlen (meine ich) und tatsächlich, es gab sogar Kuchen und Torte zur Auswahl.





Und damit haben wir uns dann zum Genießen direkt zwischen die Blumen gesetzt - so ein Genuss.





Was es sonst nur auf Nachfrage und nach ausführlicher Beschreibung gibt: Café americaine oder Caffè americano - einen Espresso mit heißem Wasser. Für Kaffeetrinker, die einzige und gesündeste Variante, will man nicht der Kaffeesucht verfallen. Hier wurde einfach an alles gedacht.


Wenn ich eines bereue unseren Besuch hier betreffend, dann dass ich nicht mehr Zeit hatte - einen halben Tag sollten Gartenenthusiasten hier mindestens zur Verfügung haben.

Das war der krönende Abschluss einer kurzen, aber intensiven Reise nach Berlin - wir freuen uns schon auf das nächste Mal.