Sonntag, Mai 20, 2018

Saft aus Habermark, weil Habermark macht d'Buaba stark

Nicht nur die Buben natürlich, jede/r wird stark mit den Blüten und den Wurzeln und dem Grün der Bocksbärte. Darüber habe ich gestern ja schon ausführlich geschrieben. Heute gibt es dazu noch ein Rezept - passend zu Pfingsten und zur Hauptblütezeit vom Wiesen-Bocksbart.


Dieser Saft ist eine Abwandlung von "Orange | Karotte | Löwenzahnblüten" aus meinem Buch "Detox, Baby! – Entgiften mit Wildpflanzen und frischen Säften" (2017)



Habermark-Blüten-Saft

© Dr. Christine Volm


Zutaten:
3 Orangen
2 Karotten
15 Blüten vom Wiesen-Bocksbart (alternativ 25 große Blütenstände vom Löwenzahn)
100-300 ml Wasser

Die Orangen schälen, die Karotten bei Bedarf putzen, aber mit der Schale verwenden, und beides in Stücke schneiden. Alle Zutaten im Mixer pürieren und das Püree durch einen Nussmilchbeutel passieren. Schneller geht’s mit dem Entsafter. Wenn der Saft aber mit dem Mixer zubereitet wird, werden die Inhaltsstoffe von Orange und Löwenzahn noch besser genutzt.

Wenn Sie den Saft einige Stunden aufbewahren, wird er dickflüssig durch die gelierenden Anteile aus der Orange. Dann können Sie ihn mit dem Löffel wieder flüssig rühren. Auch lässt sich der Trester nicht vollständig trocken auspressen, hat aber noch richtig Geschmack und kann zur Herstellung von Rohkostbrot oder Crackern verwendet werden.

Damit wünsche ich euch einen wunderschönen Pfingstsonntag. Ich freue mich, wenn wir uns bei einer der nächsten Exkursionen treffen und gemeinsam vielleicht die Blüten des Wiesen-Bocksbartes naschen können. (vielleicht am 25.5. schon - alle Termine hier unter "Seminare") Oder Du kommst zum Detox, Baby!-Vortrag, da kann ich Dir alle Antworten zum Saftfasten mit Wildpflanzen geben, die Dir vielleicht noch auf der Seele brennen.

christine-volm.de

Es wird Infos zu allen 4 Teilen des Buches geben: Detox Food - die Saftkur, Detox Care - die naturgesunde Körperpflege, Detox Power - das Bewegungsprogram, Detox Mind - Entgiften für den Geist und Detox Soul - Gutes für die Seele.
Platzreservierung per Mail - hier zu den Infos auf www.christine-volm.de






Samstag, Mai 19, 2018

Bocksbärte - Habermark, Yemlik und Salsifis


Heute geht es hier um Wurzeln. Und eine Geschichte gibt es auch dazu:

Diese habe ich ursprünglich für das Wildpflanzen-Magazin geschrieben und sie ist im Mai dort erschienen:

Die Pflanzenwelt ist wunderbar und egal, wie alt ich werde, ich werde es in diesem Leben nicht schaffen, all ihre Geheimnisse zu ergründen, nicht mal für einen kleinen Prozentsatz wird es ausreichen. Neben allerhand Neuem, was ich in diesem Frühjahr in der Pflanzenwelt entdecken durfte, war es eine Pflanze, die mir nun schon mehrmals, sogar in verschiedenen Arten über den Weg gelaufen war, die sich aber jetzt erst wirklich mit all ihren nutzbaren Teilen in mein Bewusstsein gedrängt hat. Hartnäckig und nachhaltig: Tragopogon – der Bocksbart.

Angefangen hat alles damit, dass ich im Frühjahr 2017 im Süden Frankreichs im Gemüseangebot eines Biomarktes Wurzeln entdeckt habe, zu dem mir niemand dort wirklich erklären konnte, um was es sich dabei handelte.





Nur wenige Tage später traf ich zuhause in Sindelfingen auf jemanden, der wie ich auf der Wiese Kräuter sammelte, allerdings nur einen Büschel Grasartiges in der Hand hielt. Ich fragte nach und tatsächlich, er sammelte kein Hasenfutter, sondern Kräuter, die in Salzwasser getunkt, wie in Südosteuropa häufig üblich, verzehrt werden sollten. Ich besah die Ernte aus der Nähe, und schnell war klar, es waren die jungen Triebe vom Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis). Ja, die kannte ich und eine Kostprobe davon, ließ sie mir als äußerst schmackhaft erscheinen, ganz ähnlich aber weniger süß als der Geschmack der Blüte, die ich schon öfter gegessen und verwendet hatte. "Yemlik", ergab meine Recherche, heißt das Wildgemüse in der Türkei, es wird dort roh oder gekocht verwendet, Wurzeln und junge Triebe.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich immer nur die Blüten verwendet, zum Beispiel für Saft, siehe Rezept unten. So auch im Juni 2017 beim Detox, Baby!-Seminar in den Bergen Tirols, als wir Ersatz für Löwenzahnblüten, die dort schon verblüht waren, gebraucht haben. Jede Menge der großen gelben Wiesen-Bocksbart-Blüten gab es dort, die wir stattdessen gut nutzen konnten. Wieder war es diese Pflanze, die sich so aufdrängte und sich in meine Rezepte einmischte und anfing sie zu verändern.

Der Sommer ging vorbei und wie üblich verschwanden die großen gelben Blüten schon frühzeitig wieder von der Bildfläche. (Sehen werden wir sie voraussichtlich noch auf der Exkursion in Aidlingen am 25.05.2018 - mehr dazu auf www.christine-volm.de unter Seminare)

Über den Winter nutze ich gerne die Zeit, um mich mit ungeklärten Wildpflanzen-Fällen zu beschäftigen – der Wiesen-Bocksbart gehörte nicht dazu, weil ich den Fall ja schon für geklärt hielt. Bis zu dem Abend, an dem meine Mutter, die als Gärtnerin nicht unbedingt eine Freundin des Wildpflanzenverzehrs ist, mir erzählte, sie hätten als Kinder in der Nachkriegszeit auch auf den Wiesen gesammelt, unter anderem "Habermarken". Grasähnliche Triebe sollten es gewesen sein und ein schwäbisches Sprüchle gab es auch dazu: "Habermark macht d'Buaba stark." Mir fiel meine Begegnung im Frühjahr auf der Wiese mit "Yemlik" wieder ein und ich begann unter dem Stichwort "Habermark" im Internet zu recherchieren. Ganz klar, die Blütenbilder waren eindeutig: Habermark = Wiesen-Bocksbart = Yemlik.



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Aber es gab noch ein zweites Ergebnis: Im Alemannischen (Ursprung des schwäbischen Dialekts) wurde auch Tragopogon porrifolius als Habermark bezeichnet. Der aktuell korrekte deutsche Name hierfür ist "Haferwurzel". Und an diesem Punkt kam mir auch die Wurzel aus dem Süden Frankreichs wieder in den Sinn, denn die purpurlilanen Blüten hatte ich dort schon auf den Wiesen gesehen und ihre Ähnlichkeit im Aufbau zu unserem Wiesen-Bocksbart war mir damals aufgefallen.

Die Haferwurzel (Tragopogon porrifolius) war auch bei uns einst als Wurzelgemüse bekannt, und wurde sogar angebaut. In Frankreich hat sie ihren Weg schon wieder zurück auf die Teller gefunden, als Wurzel, deren Geschmack Kulinarikern zufolge an Austern erinnern soll, daher auch der im englischen Sprachraum gebräuchliche Name "Gemüseauster". Mich hat der Geschmack der rohen Wurzeln eher an sehr junge Artischocken erinnert, fein und leicht nussig. "Salsifis" wird sie in Frankreich genannt und als "Salsifis des prés" wird der Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis) bezeichnet.

hinten rechts: Salsifis

Außerdem habe ich herausgefunden, dass auch "Yemlik" als Name nicht nur für den bei uns heimischen Wiesen-Bocksbart, sondern auch für die Haferwurzel genutzt wird, ähnlich wie in Frankreich scheinen die Triebe von beiden Arten unter diesem Namen verwendet zu werden. Die Triebe der Haferwurzel erinnern in ihrem Aussehen, noch mehr als beim Wiesen-Bocksbart an jungen Lauch, der Art-Name porrifolius heißt in der Übersetzung auch "lauchblättrig". So müsste die Haferwurzel eigentlich "Lauchblättriger Bocksbart" heißen, aber wer schon einmal Hafertriebe genau betrachtet hat, kann den Namen Haferwurzel sicher auch nachvollziehen.

In der Türkei scheinen beide Arten vorzukommen, je nachdem wie das Klima einer Region ist, kommt wahrscheinlich die eine oder andere Art häufiger vor (die Haferwurzel mag es wärmer als der Wiesen-Bocksbart), und so werden beide Arten ähnlich verwendet: Man bereitet aus den Trieben hauptsächlich frischen Salat zu oder nutzt sie zum Füllen der typischen dünnen Fladen.

Dank der Bocksbärte habe ich im Winter eine kleine kulinarische Europareise gemacht, zumindest mit dem "Finger auf der Landkarte", einiges über fremde Küchen erfahren und auch über altes heimisches Wildgemüse. Und jetzt betrachte ich den Wiesen-Bocksbart mit anderen Augen, sehe nicht mehr nur die schmackhaften Blüten, sondern schätze ihn von der Wurzel bis zur Blüte.



Und morgen gibt es hier noch das Rezept für den Saft.

A propos Saft: es gibt einen Vortrag in Maichingen nächste Woche zu Detox, Baby!

Donnerstag 24.05.2018 19:30 Uhr im Gesundheitshaus imPuls, Maichingen
Alle Infos dazu auf meiner Homepage (Platzreservierung per Mail an info(ät)christine-volm.de)



Donnerstag, Mai 17, 2018

In Frankreich wird sogar das Gemüse rot


Von ausgefallenem roten Gemüse, das ich in Frankreich entdeckt habe,  habe ich im letzten Frühjahr schon einmal berichtet, aber heute sind die Rottöne, um die es geht, ein bisschen mehr violett - passend zur Farbe des Jahres.

Während man bei uns peinlich genau darauf achtet, dass auch das Gemüse ordentlich daher kommt, sieht man das im Süden Frankreichs alles ein bisschen lockerer. Da darf der Spargel ruhig krumm sein und lila Köpfe haben - siehe oben und hier und auch die Artischocken werden gerade wegen ihrer unterschiedlichen Formen und Farben geliebt.

Überhaupt ist das Leben dort anders - Gemüse kaufen geradezu ein Vergnügen. Ich finde es immer wieder schön, dort auch in den kleinsten Orten die Märkte zu besuchen und zu beobachten, wie wichtig den Menschen dort die Versorgung mit frischem Gemüse ist. Allerdings essen unsere französischen Nachbarn laut Statistik im Durchschnitt kaum mehr Gemüse als wir, wobei ich mir gut vorstellen kann, dass es hier ein deutliches Gefälle von Süden nach Norden gibt. Im Elsass beispielsweise wird mit Sicherheit nicht so viel Gemüse gegessen wie im Süden - ein Blick auf eine Speisekarte zeigt, dass dort viel mehr Fleischgerichte auf den Tisch kommen als im Süden. Im Norden dürften die Zahlen also durchaus auf Augenhöhe mit uns und im Süden deutlich höher liegen. Spitzenreiter sind übrigens die Griechen, die mit durchschnittlich 240 kg/Gemüse Pro-Kopf--Verbrauch nahezu zweieinhalb mal so viel davon essen wie die Menschen in Frankreich und Deutschland. Erstaunlich, aber selbst die Menge der Griechen würde mir vermutlich nicht reichen, das ist ja auch nur der Durchschnittswert.


Nach dem Marktbesuch in diesem kleinen südfranzösischen Ort wird im kleinen Café nebenan noch ein Schwätzchen gehalten ... Dann muss man aber zügig weiter, damit das frische Grün in den Kühlschrank kommt. Salat gehört hier zum Essen, auch wenn es Gemüse gibt. Entweder oder, wie bei uns, das gibt es nicht.


Die Bio-Supermärkte dort im Süden Frankreichs schießen wie Pilze aus den Boden und ganze Landstriche im Süden haben mittlerweile auf Bioprodukte umgestellt. Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass es immer neue Gemüsevarianten zu finden gibt, alte Gemüsesorten werden wiederentdeckt und neue kommen dazu.


Auch auf die Herkunft aus der Region wird geachtet, in diesem Bio-Supermarkt, aus dem die Bilder stammen, steht bei jedem Produkt nicht nur der Preis, sondern auch von woher es kommt, mit Kilometerangabe, so dass jeder selbst entscheiden kann, ob er verantwortlich sein will für langen Transport oder lieber das Gemüse aus der Nähe kauft. Diese Angaben verlangt die EU interessanterweise nicht, das wäre aber ganz sinnvoll. So kann ich mir nämlich überlegen, o ich das kleine Anbauprojekt in der Nähe oder den Großbauern weit entfernt unterstützen möchte. Den Roten Grünkohl kenne ich bisher nur aus dem Biolandbau, ich weiß nicht, ob er konventionell überhaupt angebaut wird, meiner Recherche nach nicht.


Auch roten Chicorée haben wir in Frankreich entdeckt, nicht gerade billig, aber auch lecker. Die Navet violet daneben sind lilagefärbte Mairübchen, ein altes Gemüse, das mittlerweile in neuen Sorten auf den Markt kommt, die alten Sorten sind oft gelb. Aber auch die Sorte 'Purple Top Milan' zählt zu den alten Sorten und um eben diese könnte es sich auch auf dem Foto oben handeln.


Hier gibt es noch mehr "Sommergemüse aus Frankreich"


Samstag, Mai 12, 2018

Das beste und hässlichste Gartenbuch

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Sind die jetzt übergeschnappt, habe ich mich gefragt, ein Buch mit diesem Cover auf den Markt zu bringen? Wie oft habe ich mit meinem Verlag die Cover meiner Bücher diskutiert und jetzt machen die so etwas Hässliches?
Und dann wird dieses Buch auch noch mit dem 1. Preis als Bestes Buch zur Gartenprosa- oder Lyrik ausgezeichnet. Ich konnte es nicht glauben, das musste ich tatsächlich in Händen halten.

Und dann geschah etwas Unglaubliches - ich habe mich verliebt in dieses Buch. Ich habe es aufgeschlagen, ein paar Sätze gelesen und schon war es um mich geschehen. Und das lag nicht nur an diesem Kapitel, in dem es sich darum dreht, wie der Giersch im Garten zum guten Freund und mit den richtigen Nachbarn auch gezähmt werden kann.






Nein, jedes Kapitel in diesem Buch ist witzig, manchmal ironisch aber immer sehr charmant geschrieben von zwei echten Pflanzenliebhabern: Jörg Pfenningschmidt - der wohl frechste Gartenkolumnist derzeit - schreibt unter anderem für die Gartenpraxis und wenn er nicht schreibt, dann plant er wundervolle Pflanzungen, legt sie an und begleitet sie nachhaltig. Er ist nicht nur Planer, sondern wirklich Gärtner. Den idealen Mitstreiter für das Gute, Wahre und Schöne im Garten hat er mit Jonas Reif, dem Chefredakteur der Gartenpraxis gefunden, der sich mit ihm duelliert, nicht nur wenn es um die Rosen geht. 





Kein Thema wird hier ausgespart und nichts ist den beiden Autoren zu unwichtig.

In der Gärtnerei, in der ich aufgewachsen bin, gab es einen Spaten, den immer alle benutzen wollten, weil er leicht und besonders handlich war, dass er eigentlich ein schwuler Spaten war, weiß ich erst jetzt.


Von Gartenbesuchern handelt das Kapitel Gartenbesuch - klar. Aber wie es halt so ist mit Besuch... und den Leuten und Annegret, die im Rahmen einer Gartenführung für 40 Personen ihr ganz persönliches Gestaltungs- und Pflanzenproblem erörtert und gelöst bekommen möchte. Ich kenne Annegret - gut - und wundere mich, dass sie auch Jörg Pfenningschmidt schon das Leben schwer gemacht hat :-)


Das heilige Grün, der Rasen bekommt auch einige Seiten gewidmet, obwohl er nur ein Platzfresser ist. Jawoll ja, wir sind uns einig.


Und wieder eines dieser Fotos, das einem das Gärtnern vergällen könnte, wüsste man nicht allzu genau, dass das die Realität ist, wie auch Schottergärten und Co. Dieses Buch erzählt von allen Missständen rund ums Grün und versöhnt einen gleichzeitig mit ihnen, weil hier die Retter zu nahen scheinen. Wenn überhaupt noch jemand an die Gartenkultur in Deutschland glaubt, dann die Autoren dieses Buches.



Mein Lieblingskapitel, weil aus Leid entstanden und doch zur Lösung der Problematik hässlicher Ecken und Plätze in Folge unsachgemäßer Pflanzenverwendung beitragend: 




Ich habe vor 25 Jahren meinen Unterricht zur Pflanzenverwendung an der TU München/Weihenstephan jedes Jahr mit einer Vorlesung zu Beginn des Semesters zum Thema "Rassismus in der Pflanzenverwendung" begonnen. Ja, manche Pflanzen wurden gehasst, zu Unrecht. Meistens deshalb, weil sie ohne jedes Fingerspitzengefühl verwendet worden waren und den öffentlichen Raum so nicht schöner, sondern hässlicher gemacht haben. Ein Klassiker: die rotlaubige Berberitze der Sorte 'Atropurpurea'. Dabei trug diese, wie unzählige andere, keinerlei Schuld an ihrem Schicksal, sie waren nur einem unbegabten Planer in die Hände gefallen.

Das Buch bietet nicht nur Inspiration, sondern auch Trost. Es gibt auch schöne Pflanzungen mit Berberitzen, wie dieses Foto unten zeigt - ein Aufatmen bei der Leserin - das Negativbeispiel zeige ich hier nicht.


Auch schön, das Kapitel über Japanische Gärten - man ahnt es vielleicht, der typische Ahorn alleine macht noch keinen japanischen Garten... auch in Japan nicht.


Es wäre alles so schön in diesem Buch, wenn nicht das Cover wäre und so manches Bild im Inhalt.


Dieses Buch ist schonungslos ehrlich und stellt an manchen Stellen die Missstände in der deutschen Gartenlandschaft dar. Es ist aber auch ein Mutmacher, weil es beruhigend ist, zu wissen, dass es Menschen gibt, denen diese Missstände auffallen und sie etwas dagegen unternehmen.

Die Buchrückseite beschreibt, was es bietet. Großartig. Lesen!




Ich habe das Buch mittlerweile auch verschenkt, an einen Gärtner, der Jörg Pfennigschmidt seit dem Lesen einer Kolumne gezürnt hat, weil er darin Forsythien als "pissgelb" beschrieben hat. Freudestrahlend hat er ihm verziehen, weil in diesem Buch zum Thema "Forsythie" steht, dass sie mit strahlender Leuchtkraft unsere wintermüden Augen weckt. Na bitte, eine Person haben Sie mit ihrem Buch schon glücklich gemacht Herr Pfenningschmidt und Herr Reif.




Samstag, Mai 05, 2018

Vegane Torte in der Königlichen Gartenakademie



Ihr Lieben, die Berlinreihe geht mit Teil 9 zu Ende, ich freue mich, wenn ihr vielleicht das eine oder andere Restaurant besucht, oder mal in einem der Läden vorbeischaut und berichtet, wie es euch gefallen hat. Ganz zum Schluss sind wir noch in die Königliche Gartenakademie gefahren - an diesem Ort hat mein Vater Anfang der 60er Jahre Landschaftsarchitektur studiert und auch gewohnt.
Ich war gespannt, zu sehen, wie es dort aussieht. An Kuchen habe ich bei unserem Besuch zunächst nicht gedacht.

Für Februar war es dort schon richtig blütenreich, ein Empfang, wie man sich das in einer königlichen Gärtnerei vorstellt.




Ach so ein Gartenhäuschen wäre schon schön.


1903 wurde die von Peter Joseph Lenné (1789-1866) 1823 gegründete Königliche Gärtnerlehranstalt nach Berlin-Dahlem verlegt. Die Lehranstalt war seinerzeit die erste Ausbildungsstätte für Gartengestaltung in Europa gewesen. Nur schon ausgebildete Gärtner wurden dort weiter unterrichtet.

Die Landschaftsarchitektin Gabriella Pape und ihre Gärtnerkollegin und Partnerin, die Gartenhistorikerin Isabelle Van Groeningen haben dort ein Design-Studio für Gartenplanungen und eine Gartenschule installiert, die Seminare anbietet. Die Gärtnerei bietet den Besuchern und Kunden eine wunderbare Pflanzenauswahl, so dass sie das in den Seminaren gelernte gleich mit den entsprechenden Pflanzen in ihrem Garten umsetzen können. Hier zu den aktuellen Kursen in der Gartenschule.

 

Hier geht's rein.


Leider kann ich den Geruch hier nicht transportieren, es riecht so wunderbar nach Gewächshaus...



Am Abend zuvor hatte Gabriella Pape noch ihr neuestes Buch im Seminarraum vorgestellt, das haben wir leider verpasst.



10 Jahre gibt es die Königliche Gartenakademie nun und dazu schreibt Gabriella Pape auf der Homepage: 

Als mich vor 13 Jahren, also so etwa 2005, dieser verlassene und verfallene Ort gefunden hatte, war ich hin und weg von dem maroden Charme, der Energie und der Schönheit dieses Fleckchens Erde. Hundert Jahre zuvor hatten hier gartenbegeisterte Menschen mit viel Weitsicht einen der schönsten und wichtigsten Orte der deutschen Gartenkultur entstehen lassen: die Königliche Gärtnerlehranstalt ... Große Namen wie Karl Foerster, Willi Lange und später Dieter Lorberg und andere haben an diesem Ort ihr überwältigendes Können erlernt und über viele Jahrzehnte weitergegeben.

Da ich weder lehren noch eine Anstalt haben wollte, den Ort aber als eine wertvolle Institution der Gartenkultur zu erhalten versuchte, entschied ich mich schon sehr früh, das Königliche des Ortes im Namen zu behalten. Für mich zeugte dies von dem exquisiten Wissen und der ausgezeichneten Ausbildung, die junge Menschen hier erfuhren und in die ganze Welt hinaustrugen. Dieses Wissen um die Pflanze sollte auch unser Credo bleiben.


Die Autorin schreibt ein Buch nach dem anderen.

Und dann die Gewächshäuser, diese Blütenpracht und diese speziellen Arrangements - in Deutschland findet man meines Wissens keinen vergleichbaren Ort.


Primeln vorne, Schachbrettblume und blühender Rosmarin und Amaryllis im Hintergrund - ein Gedicht.

Zarte Ranunkelblüte.

Über der Hecke die ehemalige Lehranstalt, in der mein Papa vor über 50 Jahren gelernt hat - auch ein bisschen Gänsehaut.
Und dann gibt es dort noch mehr - einen Laden von Manufactum nämlich mit Büchern, Gartenwerkzeug und so weiter - und was finde ich da? Das Buch meiner lieben Freundin Christine Fuchs von Labdanum und ihr Räucherwerk. So schließen sich manchmal die Kreise.


Holzspielzeug:


Und Samenbomben im Kaugummiautomaten, gute Idee.

Im Café (feierte gerade das 10-jährige Bestehen)  ist das Motto "aus dem Küchengarten in die Gartenküche" - da darf Regionales, Saisonales (zum großen Teil bio) und was Veganes nicht fehlen (meine ich) und tatsächlich, es gab sogar Kuchen und Torte zur Auswahl.





Und damit haben wir uns dann zum Genießen direkt zwischen die Blumen gesetzt - so ein Genuss.





Was es sonst nur auf Nachfrage und nach ausführlicher Beschreibung gibt: Café americaine oder Caffè americano - einen Espresso mit heißem Wasser. Für Kaffeetrinker, die einzige und gesündeste Variante, will man nicht der Kaffeesucht verfallen. Hier wurde einfach an alles gedacht.


Wenn ich eines bereue unseren Besuch hier betreffend, dann dass ich nicht mehr Zeit hatte - einen halben Tag sollten Gartenenthusiasten hier mindestens zur Verfügung haben.

Das war der krönende Abschluss einer kurzen, aber intensiven Reise nach Berlin - wir freuen uns schon auf das nächste Mal.