Sonntag, Juni 11, 2017

Artischocken und Blumenartischocken



Artischocken sind die noch nicht aufgeblühten Blütenstände einer Distel namens Cynara cardunculus. Mir schmecken sie besonders gut. Früher mochte ich sie gekocht mit einem leckeren Dip, heute esse ich sie roh mit einer Citronette und mir erscheint es fast als Frevel, sie zu kochen, weil sie roh so lecker und gekocht nur noch fade schmecken; es ist ähnlich wie bei den Karotten.

Die Bitterstoffe aus Artischocken regen die Gallentätigkeit an und helfen bei der Fettverdauung, sie senken Blutfette und Cholesterinspiegel. Schon die Römer haben sie nach üppigen Mahlzeiten als Verdauungshilfe gegessen.

Es gibt viele verschiedene Sorten, die meisten stammen wohl aus Frankreich, die wichtigsten im Anbau sind Camus de Bretagne ("Stupsnase“) mit stumpfkugeliger Form und die noch größere Castel, auch aus der Bretagne, sowie Violet de Provence, eine violette Sorte. So oder so ähnlich sehen sie meistens aus:


Neulich haben wir auf dem Markt im Süden Frankreichs aber diese wunderschönen blumenartigen Riesenblütenstände entdeckt und ich habe gedacht, ich müsste sie probieren.



Sie waren erheblich teurer als ihre bekannten Verwandten - 12 € das Kilo - das Schild auf dem Bild gehört nicht dazu. Trotzdem, ich wollte es einfach wissen. Den Namen dieser Sorte konnte ich übrigens nicht ausfindig machen.



Aber hier hat mich wirklich der schöne Schein verführt, weil sie so hübsch anzusehen waren.


Zudem hat mir der Verkäufer erzählt, sie wären zarter und man könnte die äußeren Blätter auch mitessen. Ein Trugschluss, wie sich herausstellen sollte - sie sind nur schöner und sehen auch aufgeschnitten besser aus, aber das war's auch schon.


Ihnen hat es nicht nur an Zartheit gemangelt, auch der Geschmack war weitaus weniger gut, als bei den herkömmlichen Sorten.
Was habe ich gelernt: Es kommt nicht immer auf die äußeren Werte und die Schönheit an, auch beim Gemüse sollte das nicht der alleinige Gradmesser sein. Ich werde also wieder die herkömmlichen Sorten essen. Ein Rezept für rohe Artischocken findet ihr übrigens in "Meine liebsten Wildpflanzen - rohköstlich" auf Seite 112 und in Detox, Baby! (erscheint am 22. Juni) gibt es ein Saftrezept mit Artischocke.



Euch einen blütenreichen Sonntag - genießt die blühenden Wiesen und vielleicht den ein oder anderen Badesee.